hier unsere Geschichte:
Vor ziemlich genau zwei Jahren, stellte ich mich als Voltigierhelferin in einer Kindergruppe vor. Mir wurden die anderen Pferde und Ponys auf dem Hof vorgestellt, dabei sah ich mein jetziges Pflegepferd Fürsti zum ersten Mal. Der schöne Oldenburger fiel mir sofort durch seinen hohen Widerrist auf. Die ersten Ausritte verliefen zwar gut, doch die Bodenarbeit und reiten auf dem Platz machte uns zu schaffen. Ich hatte das Gefühl, dass kein richtiges Vertrauen zwischen uns bestand und er mich nicht wirklich mochte. Das machte mich oft traurig. Hinzu kam eine schmerzhafte Bandscheibenentzündung, die mich zu einer lange Reitpause zwangen. Wir mussten uns also unseren Problemen in der Bodenarbeit stellen. Was folgte waren viele Stunden des Vertrauensaufbaus und überdenken meiner Körpersprache, also eigentlich die Grundbausteine.
Zwischenzeitlich wurde das Voltigierpferd am Hof in seine wohlverdiente Rente verabschiedet und Fürsti trat seine Nachfolge an. Dass er so kinderlieb war und seine Aufgabe als Voltipferd super meisterte, zeigte mir einmal mehr, was für ein besonderes Pferd er ist. Doch leider traute ich meinen, sowieso schon eher bescheidenen Reitkünsten, nach der langen Pause kaum noch. Um die einseitige Belastung auszugleichen und ihn genügend auszulasten entschied man sich, dass Fürsti eine zweite Reitbeteiligung bekommen sollte. Ich überlegte das Reiten ganz sein zu lassen und hatte eigentlich schon damit abgeschlossen. Doch an einem Samstag war etwas anders. Als ich Fürsti vom Paddock holen wollte, ließ er von seinem Heu ab und kam auf mich zu, er begrüßte mich richtig! Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass ihm doch etwas an mir lag. Sollten wir also noch einen Versuch wagen?
Ich sattelte ihn, setzte meinen mittlerweile verstaubten Reithelm auf und überwand mich wieder in den Sattel zu steigen. Es fühlte sich zum ersten Mal an, als wären wir ein richtiges Team! Die Bodenarbeit hatte sich bezahlt gemacht! Meine Kondition war verständlicherweise erschreckend schlecht und Fürsti zeigte mir sehr ehrlich, wann ich meine Grenzen erreicht hatte. Die ersten Ausritte im Gelände unternahm ich gemeinsam mit erfahrenen Reitern, die mir Sicherheit gaben.
Ein paar Wochen später, erfuhr ich vom Cup der Bundesländer. Ohne viel nachzudenken meldete ich mich in Woche 8 an. Mein Ziel war einfach: Jede Woche mindestens einen Ausritt! Bis auf zwei Wochen Urlaub und eine Woche Zwangspause habe wir durchgezogen! Wer Sicherheit im Gelände will, muss auch ins Gelände gehen!
Ich war noch nie eine gute Reiterin und bin auch nicht mehr so unbeschwert wie früher. Meine Ausritte finden nicht mehr allein statt und ich trage zwischenzeitlich immer eine Schutzweste. Aber das Vertrauen in meinen Fürsti und der Cup als Ansporn hat mir ein großes Stück an Sicherheit zurückgegeben. Vielen Dank dafür und an das gesamte Cup-Team für diese tolle Veranstaltung! Im nächsten Jahr werden Kilometer dann schon ab Woche 1 gesammelt!
Liebe Grüße von
Fürsti & Steffi