Meine Cupgeschichte

Meine Cupgeschichte fängt eigentlich schon viele Jahre zuvor an – mit dem Kauf eines Noriker-Schlachtfohlens. Die kleine Fauna wuchs mitnichten zu einem unerschütterlichen Verlasspferd im Gelände heran, wie ich mir das gewünscht hatte, sondern im Gegenteil zu einem unberechenbaren Pulverfass, beim Longieren, beim Spazierengehen und schlussendlich auch bei den ersten Ritten. Ich bekam immer mehr Angst, verlor das Vertrauen und den Mut und hing den Gedanken an Reiten irgendwann an den Nagel, da nie Besserung kam und es eher immer schlimmer wurde.

Die Wende kam mit einem Umzug vom Harz nach Norddeutschland, neuer Stall mit größerer Herde und Paddocktrail, dazu sichere Arbeitsplätze. Fauna war schon bald „angekommen“ und so ausgeglichen, dass ich begann, erst nur ein bisschen und dann immer mehr, ernsthaft mit ihr zu arbeiten und so eroberte ich mir langsam das Reiten am Hof zurück, die Fauna war wie ausgewechselt.

Hier kommt nun der Cup ins Spiel – eine Freundin aus BaWü machte mich darauf aufmerksam, und nach einigem Zögern beschloss ich, meiner Kleinen einen Vertrauensvorschuss zu geben und uns anzumelden. Was soll ich sagen, es hat sich so gelohnt.

Ohne den Cup wären wir nie so schnell im Gelände gelandet, erst zu Fuß und inzwischen sogar geritten, leider fast immer ohne Begleitung. Sie ist zwar immer noch sehr aufgeregt und fürchtet sich manchmal, aber es wird immer besser und wir beide werden immer sicherer. Sie ist überhaupt nicht mehr unberechenbar, sondern benimmt sich wie ein ganz nomales Jungpferd (eigentlich ist sie inzwischen zu alt dafür, aber wir reiten ja wie bei einem Jungpferd erst seit Kurzem), dem man eben alles zeigen muss. Ich habe wieder Vertrauen, und ohne den großen Knoten im Bauch ist unsere Abwärtsspirale endlich unterbrochen und es geht wieder aufwärts.

Wir trafen neulich zwei andere Reiterinnen, unterhielten uns kurz und ritten in unterschiedliche Richtungen auseinander – kein Problem. Fahrräder, Spaziergänger, neulich ein kleiner Schlepper, sie macht inzwischen alles brav mit, ohne auszurasten. Das wäre früher undenkbar gewesen. 

Im Vergleich mit den Kilometern der anderen Teilnehmer sind wir nur ein winziger Tropfen auf einem heißen Stein, aber der Schritt, den uns der Cup auf unserem Weg vorangebracht hat, ist so unermesslich groß – ein dickes Dankeschön für diese Mega-Aktion – ich hoffe, noch viele Jahre mitreiten zu können und dann noch viel mehr Kilometer beitragen zu können.